Schon immer haben mich die Spuren beschäftigt, die Menschen vor Jahrtausenden hinterlassen haben, archaische Felsritzungen, Höhlenmalereien, Schriftzeichen aus dem Osten, denen man die Herkunft aus dem Bildzeichnen noch anmerkt.
Obwohl die Botschaften nicht ohne weiteres lesbar sind, vermitteln sie doch ein Maß an Unmittelbarkeit, das mir den Atem verschlägt.
Die alten Werke, heißt es in einem ZEN-Text, sind lebendige Spuren ihrer Schöpfer, zugleich Zeugnisse deren geistiger Ahnen, … Verbindungen über die Vergänglichkeit der Zeit hinweg.
Indem ich aus der Bewegung, aus der Pinselspur heraus, Figuren entstehen lasse, fühle ich mich diesem Strom durch die Zeiten angeschlossen. Zeichnen wird zu einer Meditation, die durchaus nicht immer abrufbereit ist. J. Bissier, der sich viele Jahre mit einer ähnlichen, das Figurative allerdings ausschließenden Arbeitsweise beschäftigt hat, sagt:
„Die Bilder müssen kommen wie der Atem. Man kann seine Intuitionen nicht wiederholen, sowenig wie eine Welle sich in Ihrer Form je wiederholen kann.“
Das weiße Papier wird in der ZEN-Tradition nicht als Fläche verstanden, sondern als fließender, unbestimmbarer,von Kräften durchfluteter Raum; Figur und Zwischenraum werden demnach als Kräftefelder gefühlt.
Das Bild wird so zum „Symbol eines Existenzgefühls, des Seins in einem nach außen wie nach innen strahlenden Energiefluss“, in den der Betrachter mit einbezogen wird.
Ein kleines Video von unserer letzten Ausstellung: